Friedens-Grundschule
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Schulsozialarbeit

Handlungsprinzipien der Schulsozialarbeiterinnen[1]

 

Die Schulsozialarbeit an der Friedensgrundschule handelt nach den Prinzipien  der Jugendhilfe, welche jedoch auf die Arbeit im Kontext der Schule übertragen wird. Das erste daraus abzuleitende Prinzip, nach dem die Schulsozialarbeiterinnen handeln, ist das der Prävention. Dies bedeutet, dass die Schulsozialarbeiterinnen der Friedensgrundschule nicht erst handeln, wenn bereits Auffälligkeiten, Probleme oder Konflikte vorliegen, sondern dass sie diese bereits im Vorfeld erkennen und zu verhindern versuchen. Doch die Prävention kann nicht allein auf die Verhinderung von Problemen beschränkt werden, sondern bezieht sich in einem modernen Verständnis von Jugendhilfe auch auf die Stärkung der Persönlichkeit und der Schaffung positiver Lebendbedingungen für Kinder und Jugendliche. Sie geben den Kindern und Jugendlichen somit die Möglichkeit der persönlichen Entfaltung der persönlichen Entfaltung geben. 

Das zweite Handlungsprinzip, an dem sich die Angebote der Schulsozialarbeiterinnen orientieren, ist das Prinzip der Ressourcenorientierung. Sie arbeiten daher mit den Ressourcen, den Stärken und Fähigkeiten, der Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern. Die Stärken und die Fähigkeiten der einzelnen Personen werden wertgeschätzt und in der Arbeit genutzt. So soll auch die Persönlichkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler positiv beeinflusst werden. Dabei stehen nicht die schulischen Leistungen im Vordergrund, sondern die Personen werden ganzheitlich betrachtet. Die Stärken der einzelnen Personen werden  dabei aktiv hervorgehoben und durch die Schulsozialarbeiterinnen auch verbalisiert um den Kindern dabei zu helfen, einen Zugang zu ihren Stärken zu erlangen.

Das Handlungsprinzip der Alltagsorientierung zielt darauf ab, die Angebote der Schulsozialarbeiterinnen im Alltag zugänglich zu machen und diese auf die Alltagssituation der Schülerinnen und Schüler und deren Eltern anzupassen. Sie verzichten daher auf Zugangsbarrieren, welche die Wahrnehmung der Angebote erschweren können. Solche Barrieren könnten zum Beispiel eine Begrenzung auf eine bestimmte Zielgruppe, den Verweis auf eine bestimmte Sprechstundenzeit oder die Notwendigkeit der vorherigen Anmeldung sein.

Die Schulsozialarbeiterinnen handeln nach dem Prinzip der Partizipation, welches darauf abzielt, die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern nicht lediglich als passive Empfänger sozialpädagogischer Leistungen wahrzunehmen, sondern diese als Subjekte ihres eigenen Lebens aufzufassen, welche aktiv an der Entwicklung von Hilfen und Angeboten beteiligt werden sollen. Die Beteiligten haben im Rahmen der Angebote  informelle und formelle Mitbestimmungsmöglichkeiten. Die Pflicht zur Inanspruchnahme einer Leistung widerspricht somit dem Prinzip der Partizipation, weshalb alle Angebote auf dem Prinzip der Freiwilligkeit basieren. 

Die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern müssen sich sicher sein können, dass vertraulich mit den Informationen, welche innerhalb eines Beratungsgesprächs oder einem anderen Angebot der Schulsozialarbeit gegeben werden, umgegangen wird. Das bedeutet, dass die Schulsozialarbeiterinnen jede Informationsweitergabe zunächst mit der betreffenden Person absprechen und sonst keine Informationen an andere weiter gegeben werden. Eine Ausnahme bildet die Weitergabe von Informationen bei einer Kindeswohlgefährdung. Hier muss, wenn nötig, das Prinzip der Vertraulichkeit gebrochen werden.

Angebote durch die Schulsozialarbeiterinnen

Soziale Gruppenarbeit

Im Rahmen der Tätigkeit der Schulsozialarbeiterinnen werden verschiedene Gruppenarbeitsangebote durchgeführt, welche das Ziel haben, die soziale Beziehungsfähigkeit und individuelle Persönlichkeitsentwicklung zu fördern sowie Lernbarrieren abzubauen und die Lernmotivation zu verbessern. Die Gruppenarbeitsangebote  helfen jedoch auch dabei, individuelle Entwicklungskrisen zu bewältigen. Entwickeln die Kinder hierdurch ein positives Selbstbild und lernen ihre emotionale Situation besser zu erfassen, so wird hierdurch zum einen der Bildungsprozess des Individuums beeinflusst, als auch die Integration in die Gruppe und die schulische Gemeinschaft gefördert. Hierdurch werden Voraussetzungen geschaffen, die dazu beitragen schwierige Lernsituationen zu verbessern und somit Bildungsverläufe zu stabilisieren.

Konkret werden durch die Schulsozialarbeiterinnen ein Sozialkompetenztraining mit ausgewählten Schülerinnen und Schülern der Eingangsstufen durchgeführt, sowie ein Training zur Wahrnehmungsförderung für die Eingangs- und Oberstufen. Das Sozialkompetenztraining richtet sich an Schülerinnen und Schüler, welche Probleme im sozialen Umgang mit anderen Kindern haben. Im Rahmen dieses Angebotes werden die Kinder auf spielerische Art und Weise daran herangeführt, die soziale Interaktion miteinander konfliktfrei zu gestalten. Außerdem sollen die Kinder im Rahmen des Trainings lernen, die eigenen sowie die Gefühle anderer zu erkennen und angemessen mit diesen umzugehen. Das Wahrnehmungstraining soll den Kindern dabei helfen, die Eigen- und Fremdwahrnehmung zu trainieren, sowie die Motorik zu fördern. In einem spielerischen Miteinander lernen die Kinder auch hier soziale Fähigkeiten aufzubauen. Beide Angebote stärken das Selbstbewusstsein der Kinder und helfen ihnen sich ihrer eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu werden.

Einzelfallhilfe  für Schülerinnen und Schüler

Die Schulsozialpädagogische Beratung zielt dabei darauf ab, die Schülerinnen und Schüler in ihrer aktuellen Lebenssituation zu unterstützen und die Lernbedingungen der Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Die Anlässe der Beratung können dabei sehr unterschiedlich sein. Aufgrund der vielfältigen Beratungsanlässe können dabei verschiedene Zielsetzungen ineinandergreifen. Die Beratung kann als Anregung zur Selbstbildung und Unterstützung sowie Entlastung oder aber Klärungs- sowie Entscheidungshilfe dienen. Beratung durch die Schulsozialarbeiterinnen wird immer dann nötig, wenn das Gleichgewicht zwischen den äußeren Anforderungen der verschiedenen Lebensbereiche wie der Familie, Schule, Freundschaften, Peergroup Vereine usw. und den eigenen Fähigkeiten Wünschen und Bedürfnissen gestört wird. Dieses Gleichgewicht kann durch ganz verschiedene Ereignisse wie einer schweren Krankheit, den Wegfall einer Bezugsperson usw. gestört werden. Die Aufgabe der Schulsozialarbeiterinnen besteht demnach darin, dieses Gleichgewicht wieder herzustellen.

Im Rahmen der so genannten „Sorgenfresserzeit“ haben die Kinder einmal wöchentlich die Möglichkeit, eigenständig das Beratungsangebot der Schulsozialarbeiterinnen wahrzunehmen. Dieses sehr niedrigschwellige Angebot wird von den Kindern sehr gut angenommen. Wird innerhalb dieser Beratungszeit festgestellt, dass ein tiefer gehender Beratungsbedarf nötig ist, so wird in Absprache mit den Lehrerinnen ein fester Beratungstermin für das Kind vereinbart. Hierdurch entsteht die Möglichkeit, sich intensiv mit den bestehenden Problemen des Kindes auseinanderzusetzen und das Kind bei der Lösung zu unterstützen. Sofern dies nötig ist, wird an dieser Stelle auch der Kontakt mit den Eltern oder anderen Institutionen wie dem Jugendamt, Freizeiteinrichtungen usw. hergestellt.

Das Konzentrationstraining bietet einzelnen Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit, zu lernen, wie sie ihre Aufmerksamkeit auf die Informationen richten können, die sie sich merken müssen. Das einzelne Kind wird innerhalb dieses Angebotes dazu angeleitet, innerhalb des Unterrichts selbstständig Aufgaben zu bearbeiten und diese zielgerichtet zu lösen. Durch den Wechsel von Anspannung und Entspannung wird die Konzentrationsfähigkeit der Kinder hierbei gefördert. Die Kinder für dieses Angebot werden in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften ausgesucht. 

Elternarbeit

Ein weiteres wichtiges Aufgabenfeld der Schulsozialarbeiterinnen der Friedensgrundschule ist die Elternarbeit. Die Schulsozialarbeiterinnen stehen den Eltern dabei in Erziehungsfragen zur Verfügung und beraten Sie hinsichtlich Fragen zum Kinder- und Jugendschutz. In den meisten Fällen handelt es sich bei der Beratung der Eltern um einen kurzen Beratungskontakt. Die Schulsozialarbeiterinnen sind zudem in der Lage, den Eltern kompetente Ansprechpartnerinnen innerhalb des Sozialraumes zu nennen und diese ggf. dabei zu unterstützen, Termine mit den Einrichtungen auszumachen. Auch hierbei steht immer das Wohl der Kinder im Vordergrund. Neben der beratenden Funktion haben die Schulsozialarbeiterinnen auch die Aufgabe bei Konflikten zwischen den Eltern und Lehrkräften zu vermitteln und dabei zu versuchen, die Interessen aller Beteiligten dahingehend wahrzunehmen, die Situation für die Kinder zu verbessern. Ein weiterer Schwerpunkt der Elternarbeit ist die Beratung zur Inanspruchnahme der Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes. Die Schulsozialarbeiterinnen unterstützen die Eltern dahingehend, die entsprechenden Leistungen für ihr Kind zu beantragen und informieren diese über weitere Förderungsmöglichkeiten.

Neben der Einzelberatung bieten die Schulsozialarbeiterinnen auch thematisch orientierte Elternabende oder Elterntreffen an, bei denen sie die Möglichkeit bieten, über verschiedenste Themen zu informieren, aber auch dafür sorgen, dass die Eltern untereinander in Kontakt treten. Des Weiteren sorgen die Schulsozialarbeiterinnen dafür, die Eltern dazu zu motivieren, sich am Schulalltag zu beteiligen und beispielsweise an Schulveranstaltungen mitzuwirken. Das Ziel der Zusammenarbeit mit den Eltern ist, die Erziehungskompetenzen der Eltern zu fördern, familiäre Ressourcen zu mobilisieren und Unterstützung bei Krisen und Problemsituationen zu bieten. Zum anderen trägt dieser Aufgabenbereich zur Öffnung der Schule bei.

Vernetzung im Sozialraum

Die Kooperation und Vernetzung mit dem Gemeinwesen ist eine wichtige Aufgabe der Schulsozialarbeiterinnen. Sie kann dazu beitragen, die Schule weiter zu öffnen, die Kinder und deren Familien innerhalb des Sozialraumes an Beratungsstellen aber auch Sportvereine, Musikschulen etc., zu vermitteln oder auch Angebote in Zusammenarbeit mit externen Anbietern gemeinsam zu organisieren. Zentrale Kooperationspartner/innen der Schulsozialarbeiterinnen der Friedensgrundschule sind die örtlichen Kindertagesstätten, Freizeiteinrichtungen, die weiterführenden Schulen, der Jugendhilfedienst, die Kinder und Jugendpsychiatrischen Praxen, Logopäden, Ergotherapeuten, Heilpädagogen, sozialpädagogische Familienhilfen sowie das CJD Dortmund.

Gemeinsam mit dem CJD wurden beispielsweise die Elternangebote „Boshi, Loop und Co.“ sowie „Wer will fleißige Handwerker sehen?“ entwickelt. Im Rahmen dieser Angebote, welche durch die Mitarbeiter/innen des CJD durchgeführt werden, wird den Eltern die Möglichkeit gegeben am Nachmittag Nähen und Häkeln zu lernen oder alte Elektrogeräte zu reparieren. In diesen Angeboten spiegelt sich die starke Lebensweltorientierung der Angebote durch die Schulsozialarbeiterinnen wieder. Da das Angebot sich nicht ausschließlich an die Eltern der Schule richtet, sondern auch für andere Interessierte des Sozialraums geöffnet ist, kann hiermit eine Vernetzung innerhalb des Gemeinwesens gewährleistet werden.

Die Kooperation mit den Kindertagesstätten ist vor allem dafür wichtig, die Kinder angemessen auf die Schule vorzubereiten und den Übergang von der einen in die andere Institution zu erleichtern. Auch bei auftretenden Problemen wird, nach Absprache mit den Eltern und Kindern, der Kontakt mit den Kindertagesstätten aufgenommen, um in gemeinsamer Zusammenarbeit eine Lösung zu erarbeiten.

 

Zusammenarbeit mit den Lehrkräften

Wichtig im Rahmen einer guten Zusammenarbeit mit den Lehrkräften ist ein gegenseitiges Informieren und Unterstützen sowie kollegiales Beraten. Im Rahmen von kollegialer Fallberatung, tauschen sich die Schulsozialarbeiterinnen mit den Lehrkräften aus und überlegen gemeinsam, wie das weitere Vorgehen gestaltet werden kann. Häufig finden auch gemeinsame Elterngespräche statt. Die Schulsozialarbeiterinnen informieren die Lehrkräfte bezüglich sozialpädagogischer Themen und geben ggf. Anregungen für die Verringerung und Bewältigung akuter Probleme der Schüler und Schülerinnen oder ganzer Schulklassen. Die Zusammenarbeit erfolgt auf einer kollegialen Ebene. Zum anderen kommt den Schulsozialarbeiterinnen eine Vermittlungsfunktion zu. So vermitteln sie bei Konflikten zwischen Schülerinnen und Schülern und den Lehrkräften oder auch zwischen den Lehrkräften und Erziehungsberechtigen.

Offene Angebote

Die offenen Angebote der Schulsozialarbeiterinnen sind besonders niedrigschwellig und für alle Schüler und Schülerinnen zugänglich. Diese Angebote sind besonders wichtig für die Schulsozialarbeiterinnen, um Kontakt und Vertrauen zu den Schülerinnen und Schülern aufzubauen. Häufig sind die offenen Angebote auch ein Anknüpfungspunkt für individuelle Beratung. Als offene Angebote bieten die Schulsozialarbeiterinnen zweimal wöchentlich eine Spielepause an. In diesem Rahmen können die Kinder während der Pausenzeit zusammen Gesellschaftsspiele spielen, malen, basteln oder ähnliches. Dieses Angebot richtet sich an alle Kinder der Schule und wird sehr gut angenommen. Des Weiteren können die Kinder sich in dieser Zeit Spielzeug wie zum Beispiel Springseile, Kegelspiele und ähnliches für das Spielen auf dem Schulhof ausleihen.

Gremienarbeit

Damit Schulsozialarbeit einen persönlichkeits- und entwicklungsfördernden Lebensraum innerhalb der Schule mitgestalten kann ist es notwendig, dass die Schulsozialarbeiterinnen sich an der Gremienarbeit und damit verbunden an der Schulentwicklungsarbeit beteiligten. Daher nehmen die Schulsozialarbeiterinnen an allen relevanten Gremien und Dienstbesprechungen teil und haben dort die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen und für sie relevante Themen anzusprechen. In die dortigen Entscheidungsprozesse werden die Schulsozialarbeiterinnen einbezogen.

 



[1] Die hier beschriebenen Handlungsprinzipien und Angebote sind aus der aktuellen Literatur zur Schulsozialarbeit abgeleitet Vgl. Speck (2007), Drilling (2004), Ermel und Haupt (2012), Spies und Pötter (2011), Adler und Tölle (2011), Braun und Wetzel (2006).