Die Friedens- Grundschule möchte zusammen mit den umliegenden Kindertagesstätten, das sind die katholische Kindertagesstätte St. Laurentius, die evangelische Kindertagesstätte Eliaskinder und die sich neu im Bau befindliche Kindertagesstätte der Consol GmbH, eine gemeinsame Bildungseinrichtung schaffen, deren Zusammenarbeit weit über das bisher übliche hinausgeht. Das „Haus des Lernens“ soll für alle Menschen in unserem Stadtteil ein Ort des Miteinanders werden.

Unterstützt wird die Idee von dem Schulamt, dem Schulverwaltungsamt, dem Jugendamt und der Politik. Wer Informationen aus dem Amt haben möchte, wende sich bitte an Frau Katharina Telwa vom Regionalen Bildungsbüro der Stadt Dortmund:

Katharina Telwa
Fachbereich Schule / Regionales Bildungsbüro 40/5-1 RBB
Möllerstraße 3
44137 Dortmund
0231/47601286 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! www.rbb.dortmund.de 

Nachdem die „Kick- Off- Veranstaltung“ stattgefunden hat, wurde vereinbart, dass sich alle Akteure zukünftig regelmäßig am zweiten Dienstag im Monat treffen wollen, um ein gemeinsames Konzept zu erarbeiten.

Am 22.1.2018 trafen sich alle Lehrerinnen, alle Erzieher und Erzieherinnen, alle Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen der Friedens- Grundschule, der Elias- Kindertagesstätte, des St. Laurentius- Kindergartens und der Consol- Kindertagesstätte zu einem Kennenlern- Nachmittag. Bei dieser Veranstaltung präsentierten sich alle Einrichtungen.  

Unsere Idee ist ein „Haus des Lernens“ für alle Kinder zwischen 0 und 10 Jahren. Orientiert haben wir uns an den Bildungshäusern 3 – 10 im Bundesland Baden- Württemberg. Dort existieren bereits über 100 Bildungshäuser, die pädagogische Kooperationsverbunde von Kindergarten und Grundschule sind.

 Im Folgenden beschreiben wir unsere Idee:

Das Wohl des Kindes als oberstes Ziel einer gemeinsamen Bildungseinrichtung

Die Friedens- Grundschule ist eine Grundschule in einem Aktionsraum der Stadt Dortmund. Das Schulprogramm der Friedens- Grundschule versucht eine Antwort auf die Lebensbedingungen der Kinder zu geben, vor allem im jahrgangsübergreifenden Unterricht sollen die Kinder dazu erzogen werden, selbständig und selbstorganisiert zu lernen. Aber auch die umliegenden Kindertageseinrichtungen müssen auf die Ausgangslage reagieren. In einer gemeinsamen Bildungseinrichtung könnte nun das gesamte Altersspektrum von 0 bis 10 Jahren in den Blick genommen werden, so dass in einer gemeinsamen Bildungseinrichtung die Probleme, die Kinder aus sozial benachteiligten und mehrfach belasteten Familien mit sich bringen, so früh und so konsequent wie möglich angegangen werden können. Dabei steht das Wohl des Kindes im Mittelpunkt sämtlicher Überlegungen.

Im „Haus des Lernens“ erweitert sich der Blick auf das Kind, da die Fachkräfte von Schule und Kindertageseinrichtung, in den unterschiedlichen Lebensphasen die Kinder und deren Eltern gemeinsam begleiten.

Weiterentwicklung der Qualität

 

Die Verzahnung zweier Institutionen, nämlich Kindertageseinrichtung und Schule, geht über die bisherigen Formen der Zusammenarbeit hinaus. In einem „Haus des Lernens“ arbeiten alle Beteiligten an einem gemeinsamen Orientierungs- und Bildungsplan als Arbeitsgrundlage. Lehrerinnen und Erzieherinnen in Schule, OGS und Kindertageseinrichtung verstehen sich als pädagogisches Team und vereinbaren gemeinsame Ziele, so dass eine durchgängige Bildungsbiographie entsteht. In der pädagogischen Arbeit entstehen neue Aspekte der Organisationsstrukturen, wenn gemeinsame Lernzeiten in institutions- und jahrgangsübergreifenden Gruppen geschaffen werden. In der Praxis sollen Lehrkräfte und Erzieherinnen eine gemeinsame Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Spiel- und Lernarrangements für alters- und institutionsgemischte Kindergruppen im Wochenablauf verankert leisten. Diese Lernarrangements werden ergänzt durch gemeinsame Ausflüge, Feste und Projekte. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass durch die gezielte Mischung von Grundschulkindern und Kindergartenkindern eine deutliche Förderung des Sozialverhaltens, des Durchhaltevermögens und der Kommunikation über die Organisation von Arbeitsschritten festzustellen war. Des Weiteren beobachtete man eine sehr intensive Interaktion, die mit großer Arbeitsbereitschaft, Rücksichtnahme und Arbeitsfreude einherging.

 

Eine gemeinsame Bildungseinrichtung als Ankerstandpunkt im Stadtteil

 

Die Germania- Siedlung im Stadtteil Dortmund- Marten verfügt über kein Zentrum. Es gibt in der Siedlung leider keine Angebote für Kinder mehr. Die Jugendfreizeitstätten Lütgendortmund und Marten sind für die Kinder der Germania- Siedlung nicht zu Fuß zu erreichen. Deshalb gibt es seit 2008 zweimal wöchentlich das Angebot „Zusammen auch am Nachmittag“, bei dem Kinder für zwei Stunden nachmittags in die Schule zum Spielen kommen können. Ein „Haus des Lernens“ könnte nun ein Ankerstandpunkt im Stadtteil werden und wesentlich zur Verankerung von sozialem und kulturellem Leben im Stadtteil beitragen. In einem pädagogischen Verbund könnte das Projekt „Kein Kind zurücklassen“ und das Netzwerk INFamilie mit einfließen. Auch für die Aktionsraumarbeit könnten sich Möglichkeiten ergeben.

Inklusion

An der Friedens- Grundschule werden immer zahlreiche Kinder in den Bereichen Lernen, Sprache und emotionale und soziale Entwicklung im gemeinsamen Lernen unterrichtet. Dazu gibt es ein ausführliches Konzept im Schulprogramm. In einem gemeinsamen „Haus des Lernens“ kann man Kinder nun schon viel früher gemeinsam in den Blick nehmen. Der Grundsatz „Prävention vor Rehabilitation“ kann einfacher umgesetzt werden.

Entwicklungsrisiken von Kindern

 

Ziel sollte es sein, alles dafür zu tun, dass sich kein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf entwickelt oder Fördermaßnahmen dafür sorgen, ein Kind so gut wie möglich zu unterstützen. Mit gemeinsamen Fördermaßnahmen vor allem im Bereich Sprachförderung und Sprachentwicklung kann man in einem „Haus des Lernens“ sehr früh und langfristig mit den Kindern arbeiten. Auch eine gemeinsame Weiterentwicklung schriftlicher Entwicklungsberichte und Portfolios ist anzustreben.

Netzwerk der Förderung

 

Das Netzwerk der Förderung besteht zunächst aus den Eltern, der Kindertageseinrichtung und der Grundschule. In einem „Haus des Lernens“ kommen Gesundheitsamt, Schulpsychologischer Dienst, Erziehungsberatungsstelle, Förderschulen und deren Lehrkräfte, niedergelassene Psychologen und Kinderärzte zusammen.

Bildung im Team- Elternhaus, Kindertagesstätte und Grundschule

 

Ein „Haus des Lernens“ bietet die Möglichkeit zur räumlichen und pädagogischen Verzahnung. Gewünscht ist eine „Kommunikation auf Augenhöhe“. In gemeinsamen Gesprächen und Konferenzen sollen gemeinsame Ziele vereinbart werden.

Grundsätze zur Bildungsförderung

 

Eine gemeinsame Bildungsförderung ist in folgenden Bereichen erwünscht (ungeordnet und weiterentwickelbar):

  • Bewegung
  • Körper, Gesundheit, Ernährung
  • Sprache und Kommunikation
  • Soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung
  • Friedenserziehung
  • Musisch- ästhetische Bildung
  • Religion und Ethik
  • Mathematische Bildung
  • Naturwissenschaftlich- technische Bildung
  • Ökologische Bildung
  • Medien

Schulanfang auf neuen Wegen

 

In einem pädagogischen Verbund kann man sich zunächst darauf verständigen, was man unter einem „schulreifen Kind“ versteht und den Weg zur Schulreife gemeinsam gehen. Lehrkräfte und Erzieherinnen haben einen gemeinsamen Blick auf die Kinder und legen fest, welche Unterstützungsmöglichkeiten angeboten werden. Gemeinsam kann man neue Formen der Einschulungsfeier entwickeln.

Fortbildungen

 

Lehrkräfte und Erzieherinnen geben sich ein gemeinsames Fortbildungskonzept.

Unterstützungsmöglichkeiten für alle

 

Gemeinsame Sozialarbeit

 

Zurzeit verfügen die Friedens- Grundschule und der evangelische Kindergarten über jeweils eine Sozialarbeiterin. In einer gemeinsamen Bildungseinrichtung könnten mehr Menschen von der Sozialarbeit profitieren. Sozialarbeit könnte kontinuierlicher stattfinden und die Familien längerfristig begleiten. Von Angeboten wie Elterncafes, Ausflügen, Bastelangeboten und Ähnlichem können mehr Eltern und Familien profitieren.

Beteiligung der Eltern am Bildungsprozess

 

In einem „Haus des Lernens“ findet eine sehr intensive Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit dem Elternhaus statt. Gemeinsame Gespräche von Eltern, Erzieherinnen und Lehrkräften werden geführt.

Außerschulische Partner

Die Friedens- Grundschule arbeitet sehr vertrauensvoll mit dem CJD Dortmund zusammen. Außerdem organisiert das CJD Dortmund das Frühstücksprojekt. Auch mit dem Stadtsportbund arbeitet die Schule zusammen. Von all diesen Projekten könnten in einem „Haus des Lernens“ mehr Kinder profitieren.

Wissenschaftliche Begleitung

Das Konzept einer gemeinsamen Bildungseinrichtung stellt sehr hohe Ansprüche an alle Beteiligten. Eine tragfähige und vertrauensvolle Zusammenarbeit muss von allen Beteiligten erwünscht sein, damit sie gelingen kann. Bei sehr unterschiedlichen Gehältern und Ausbildungen darf man nicht vergessen, dass „Kommunikation auf Augenhöhe“ nicht unbedingt selbstverständlich ist. Deshalb ist ein Coaching im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitung notwendig. Außerdem sollte im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitung nicht nur der Prozess begleitet, sondern auch dokumentiert und evaluiert werden. Es bedarf sicherlich auch eines fachlichen wissenschaftlichen Inputs von außen. Datenerhebung- und Datenauswertung sind im Rahmen von Evaluation notwendig, um Gelingens- und Misslingensfaktoren herauszuarbeiten und für die weitere Entwicklung zu nutzen. Die Wirkungen auf Grundschule und Kindergarten sollten wissenschaftlich erforscht werden. Öffentlichkeitsarbeit kann ein weiterer Aspekt einer wissenschaftlichen Begleitung sein.

Zusammenfassung

Zusammenfassend kann man sagen, dass in einem solchen Projekt die Bandbreite an Begabungen und Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder durch die Verzahnung von Grundschule und Kindertageseinrichtung besser zur Entfaltung kommen kann. Für das Gelingen ist es aber notwendig, dass alle Beteiligten willens sind, sich auf diesen Weg einzulassen. Die Friedens- Grundschule hat schon zahlreiche Erfahrungen im jahrgangsübergreifenden Arbeiten gesammelt, die in das Projekt einfließen könnten. Auch arbeitet die Friedens- Grundschule jetzt schon intensiv mit den umliegenden Kindergärten zusammen und gestaltet den Übergang zwischen Kindertageseinrichtung und Grundschule sehr verantwortungsvoll. Auch diese Erfahrungen könnten in ein Projekt einfließen. Insgesamt wird die Umgestaltung zu einem „Haus des Lernens“ als Chance betrachtet, die pädagogische Arbeit mit Kindern, die Elternarbeit und die Stadtteilarbeit in einem Aktionsraum der Stadt Dortmund neu zu denken.